Geschichte | Zeitgeschichte
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Demokratie verteidigen! Farbe bekennen!
Wie werden aus überzeugten Demokratinnen und Demokraten aktive Unterstützer der demokratischen Grundordnung? Anhand zentraler Grundsätze der repräsentativen Demokratie wird aufgezeigt, warum Demokratie die menschenfreundlichste Regierungsform ist, wie Freiheiten geschützt werden und warum sich Demokratinnen und Demokraten auch für Belange einsetzen, die sie selbst nicht unmittelbar betreffen. Der Vortrag betont die Bedeutung des Minderheitenschutzes und die Verantwortung, sich für das Allgemeinwohl stark zu machen – nicht nur für die eigenen Interessen.
Der Referent, Dr. Alessandro Bellardita, ist Richter, Publizist, Krimiautor und Dozent. Seine gesellschaftspolitischen Vorträge befassen sich schwerpunktmäßig mit Demokratie und Menschenrechten. Diverse Vorträge aus diesen Themengebieten sowie aus seinem Vortragszyklus rund um „Mafia“ hat er bereits an der vhs Speyer gehalten. Weitere Informationen unter www.alessandro-bellardita.de.
Leben in der Diktatur
Auch über dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Aufarbeitung der Verbrechen des DDR-Regimes längst nicht abgeschlossen. Es ist noch immer erschreckend, welche Repressalien DDR-Bürger*innen ertragen mussten, wenn sie sich nicht systemkonform verhielten. Lutz Pörner war 1987 als 20-Jähriger mit seiner Lebenssituation unzufrieden und plante seine Flucht in den Westen. Birgit Schlicke bekam nach gestelltem Ausreiseantrag durch ihre Eltern Bildungsverbot und musste die Oberschule verlassen. Beschwerden und ein Protestschweigemarsch führten schließlich zu Ihrer Verhaftung und in die Hölle des Frauengefängnisses Hoheneck. Obwohl die Berliner Mauer bereits am 9. November 1989 fällt, wird Birgit Schlicke, nach fast zwei Jahren Zuchthaus, erst am 17. November in die Freiheit entlassen.
Auf den Spuren der „Nonnensusel“
Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Pfalz e.V., Bezirksgruppe Speyer.
Der 1828 in Klingenmünster geborene August Becker studierte in München Geschichte und arbeitete im Anschluss bei verschiedenen Zeitungen. Daneben machte er sich als Schriftsteller einen Namen. 1868 verlegte er seinen Wohnsitz nach Eisenach, wo er 1891 starb. Sein bekanntestes Werk ist die kulturhistorische Untersuchung „Die Pfalz und die Pfälzer“ aus dem Jahr 1858. Viele seiner schriftstellerischen Werke haben regionale Bezüge, so auch der 1886 erstmals erschienene Heimatroman „Die Nonnensusel“. Die Referent*innen untersuchen unter anderem auf der Grundlage des schriftlichen Nachlasses von August Becker, der in der Pfälzischen Landesbibliothek liegt, wie viel Wahrheitsgehalt sich hinter dem Roman und seinen Figuren verbirgt. Dabei arbeitet sie den Roman und seine Hintergründe mit Hilfe der überlieferten Vorarbeiten, Recherchen und Notizen August Beckers und unter Bezugnahme auf die heutigen topographischen Gegebenheiten auf.
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Die Stadt Speyer im Jahr des Reichstages 1526
Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Pfalz e.V., Bezirksgruppe Speyer.
Drei Vorträge im Frühjahr 2026 beleuchteten den Speyerer Reichstag von 1526 in seiner allgemeinen reichs- und konfessionsgeschichtlichen Bedeutung. Nun ist es an der Reihe, die Gastgeberin vorzustellen: die Freie Stadt Speyer. Wie sah es damals in ihr aus? Wie groß war sie? Wie war sie organisiert? Wer hatte in ihr „das Sagen“? Welche weltlichen Einrichtungen gab es hier, vom Bürgerspital bis zur Münze? Und welche Vielfalt an geistlichen Einrichtungen, vom Dom und seinen „Nebenstiften“ bis zu Klöstern und Beginenhäusern? Wie war das Verhältnis untereinander? Welche Trends und Veränderungen gab es in den Jahren zuvor, innerhalb der Bürgerschaft und zwischen Rat und Geistlichkeit? Was hat sich kurz zuvor, im zeitlichen Umfeld des Bauernkriegs, in Speyer zugetragen? Wie war Speyer vernetzt, innerhalb des Reiches und in der Region? Woher kam der Wohlstand, die Finanzkraft der Stadt? Warum gehörte Speyer zum kleinen Kreis der Städte, die in dieser Zeit einen Reichstag „stemmen“ konnten?
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Die Behandlung des Bauernkriegs in der Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts
Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Pfalz e.V., Bezirksgruppe Speyer.
Der Bauernkrieg des Jahres 1525 steht in einem Zusammenhang mit der Reformation und wurde blutig niedergeschlagen. Anfänglich dominierten die Sieger, Adel und Klerus, die historische Sicht auf dieses Ereignis. Vor allem ab dem späten 18. Jahrhundert wurde, trotz des Mangels an zugänglichen Quellen, die Perspektive der Aufständischen mehr und mehr in den Blick genommen und in das weitere Umfeld der schon seit langem schwelenden Unzufriedenheit der Bauernschaft, die die wirtschaftliche Hauptlast des Feudalismus tragen musste, eingeordnet. Ein Wendepunktwerk war die „Allgemeine Geschichte des großen Bauernkriegs“ von Wilhelm Zimmermann, erschienen im Jahr 1841, das unter anderem von Friedrich Engels für seine Monographie zum Bauernkrieg genutzt wurde. Der Vortrag untersucht die ganz unterschiedlichen Geschichtsinterpretationen zum Bauernkrieg vom 17. bis zum späten 19. Jahrhundert.
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